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Nachfolgend werden kurz die Veranstaltungen der Adaption dargestellt.

Bewerbungs- und Berufsfindungstraining

Ein eigens auf die Situation Suchtkranker abgestimmtes Bewerbungstraining beinhaltet den Umgang mit lückenhaften Berufsbiografien, das Training von Bewerbungsgesprächen sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Suchtgeschichte im Arbeitsleben. Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen werden gemeinsam am PC-Trainingsplatz erstellt, der darüber hinaus die Möglichkeit bietet, Grundkenntnisse in Textverarbeitung zu erlernen.

Maßnahmen zur Vorbereitung auf das Berufsleben sind:

  • Erarbeitung beruflicher Perspektiven im Gruppengespräch;
  • Besuch des Berufsinformationszentrums Passau;
  • Termin beim Arbeitsberater des Arbeitsamtes Passau;
  • Zusammenstellung aller wichtigen Bewerbungsunterlagen, wie Lebenslauf, Zeugnisse, Arbeitspapiere, Versicherungsunterlagen;
  • vorbereitende Rollenspiele und Bewerbungsgespräche;
  • Information über berufsfördernde Maßnahmen, Weiterbildung und Umschulung.

Interne Arbeitserprobung

Schon nach der Aufnahme wird die Patientin, unter Berücksichtigung der Planung des Erstgespräches, in einem der folgenden internen Arbeitsbereiche eingesetzt:

Handwerklicher Bereich

Hierzu zählen die Tätigkeitsfelder Renovierung und Instandhaltung, Gartenpflege bzw. -gestaltung.

Hauswirtschaft

Der Trainingsbereich Hauswirtschaft und Küche bietet unter fachlicher Anleitung die Möglichkeit, eigene Haushaltsführung zu üben und darüber hinaus ein neues, potentielles Arbeitsfeld kennen zu lernen. Wichtiger Hinweis: Auf Grund gesetzlicher Vorgaben (Hygiene) sind künstliche Fingernägel nicht erlaubt.

Lernbereiche sind hier:

  • Nahrungszubereitung, Kochen und Backen;
  • Raum- und Materialpflege;
  • Service und Gestaltung;
  • Spülküche und Waschküche;
  • Wäschepflege etc.

Kinderbetreuung

Gerade für Mütter gibt dieser Trainingsbereich nochmals die Möglichkeit unter beschützenden und beobachtenden Bedingungen ihre Fähigkeiten und Verantwortungen bezüglich der Versorgung und Erziehung der Kinder zu erproben.

Externe Arbeitserprobung

Das betriebliche Praktikum außerhalb der Einrichtung wird in der Regel im Gewerbe- und Dienstleistungsbereich durchgeführt. Die Auswahl der Praxisstellen ist grundsätzlich offen und wird von der individuellen Rehabilitationsplanung bestimmt. Das Praktikum findet unter realen Bedingungen des Erwerbslebens statt und die verantwortlichen Mitarbeiter der Betriebe stehen im engen Austausch mit den Mitarbeitern des Adaptionshauses.

Die Fachklinik hat in den Landkreisen Passau , Freyung-Grafenau sowie in der Stadt Passau ein umfangreiches Netzwerk von Praktikumsbetrieben aufgebaut, das die gesamt Palette der relevanten Branchen wie Handwerksbetriebe (Malerei, Zimmerei, Innenausstattung), Soziale Dienste (Altenheim, Krankenhaus, Behindertenwerkstätte, Kindergarten) sowie Großküchen, Einzelhandel, Verwaltungsbereiche u.v.m. abdeckt.

Grundlage der Entscheidung für einen Praktikumsplatz sind die Qualifikationen der Rehabilitandin und deren Berufswünsche. Diese Faktoren sollen dann realistische Einschätzungen und Vorstellungen hinsichtlich des Praktikums ergeben.

Sowohl in der externen als auch in der internen Arbeitserprobung werden Schlüsselqualifikationen des Arbeitslebens trainiert und geprüft. In standardisierten Verfahren werden Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Zuverlässigkeit etc. abgefragt und bewertet.

Ziel der externen Arbeitserprobung ist die Festanstellung der Patientin in den Betrieben. Ist dies erreicht, endet die Adaption spätestens 6 Wochen nach Beschäftigungsbeginn.

Therapeutische Gruppe

Schwerpunkt der therapeutischen Gruppe, die in der Regel einmal wöchentlich, im Bedarfsfall auch zweimal stattfindet, sind folgende Inhalte:

  • Diskussion, Reflexion und Integration von Erfahrungen und Erlebnissen aus dem Arbeitsleben und den Freizeitaktivitäten;
  • themenzentriertes Arbeiten, z. B. Rückfallfaktoren, Abstinenzparadigma, Auftreten in der Öffentlichkeit u. ä.;
  • therapeutisches Bearbeiten kritischer Ereignisse (aktuelle Konflikte und Überforderungen).

Einzelgespräch

Das Einzelgespräch dient der Krisenintervention und persönlichen Beratung. Hier können in einem geschützten und persönlichen Rahmen Fragen, Themen und Probleme eingebracht und bearbeitet werden. Therapeutische Einzelgespräche unterliegen der Komm-Struktur,
d. h., sie finden nur bei Bedarf und auf Anfrage der Patientin statt.

Organisatorische Gruppe

Die organisatorische Gruppe findet zu Beginn jeder Woche statt. Inhalte sind die Planung der Woche mit den jeweiligen Terminen, die Organisation der Hausgemeinschaft (Aufgaben und Dienste) und der Schwerpunkt der Freizeiterprobung.

Beschäftigungstherapie

Die Beschäftigungstherapie bietet die Möglichkeit des schöpferischen Tätigseins im Rahmen eines Gruppenprojektes. Als eine in sich abgeschlossene Einheit vermittelt sie ein konkret wahrnehmbares Erfolgserlebnis für jeden Einzelnen. Bei dieser kreativen Arbeit lernen die Patientinnen in der Auseinandersetzung mit anderen Gruppenmitgliedern ihre individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen. Über das Kennenlernen verschiedener Materialien bietet die Beschäftigungstherapie ein Übungsfeld für eine sinnvolle Freizeitgestaltung und die Initiierung von Hobbys. Auch fällt die Gestaltung des Wohnrahmens in den Aufgabenbereich dieser Gruppe.

Freizeittraining

Ein wichtiger Teil der Adaptionsbehandlung stellt der Auf- und Ausbau eines für die Abstinenzerhaltung sinnvollen Freizeitverhaltens dar. Sowohl in der Gesprächsgruppe als auch im Einzelgespräch werden die aushäusigen Freizeitaktivitäten entwickelt und vorbereitet und nach Abschluss reflektiert und ausgewertet. Hierbei sollen die Patientinnen alle im Marktbereich Wegscheid vorzufindenden Freizeitangebote (z. B. Vereine) in ihre Planungen mit einbeziehen.

 

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