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Die Kinder werden während ihres Aufenthaltes pädagogisch und therapeutisch sowohl intern als auch extern betreut.

Hierzu steht intern unsere heilpädagogisch konzipierte Kindertagesstätte mit qualifiziertem Personal zur Verfügung, in der die Kinder in drei altersgemäßen Gruppen während der Therapiezeiten der Mütter ein pädagogisches Förderprogramm durchlaufen. Hierdurch sollen die sozialen Kompetenzen gefördert und emotionale Auffälligkeiten vermindert werden. Im Bedarfsfall wird eine zusätzliche Einzelförderung durchgeführt.

Ebenfalls intern gibt es eine Reihe von Angeboten für Mutter und Kind. Sie sollen die Mutter-Kind-Beziehung fördern und beiden die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens geben.

Die Mütter können sich außerdem noch in Einzel- und Gruppengesprächen Hilfen in Erziehungsfragen holen.

Wird darüber hinaus noch Hilfe beansprucht, so wurde ein umfangreiches Netz von zusätzlichen externen Hilfsangeboten aufgebaut. Wir haben es weiter unten detailliert beschrieben.

 

Die Mutter-Kind-Angebote

1. Die heilpädagogische Kinderbetreuung

Den Kernpunkt unserer Arbeit mit den Kindern bildet die Kinderbetreuung. Hier sind erfahrene Erzieherinnen mit heilpädagogischer Zusatzqualifikation im Einsatz. Bei den Kindern sind häufig aufgrund des sozialen Umfeldes, aus dem sie zu uns kommen, Verhaltensauffälligkeiten in Bezug auf ihre Gruppenfähigkeit festzustellen. Außerdem zeigen einige Kinder Störungen bis hin zu Entwicklungsverzögerungen aufgrund des Suchtmittelkonsums der Mutter während der Schwangerschaft.

Die Kinderbetreuung findet in unserer Kindertagesstätte statt. Hierbei sind die Kinder drei altersgemäßen Gruppen zugeteilt, um entsprechende Angebote und Maßnahmen durchführen zu können.

Vormittags wird die Kinderbetreuung im Rahmen der Arbeitstherapie mit Patientinnen gemeinsam organisiert. Es werden gemeinsam das Vorgehen und die Angebote jeweils für eine Woche geplant und eingeteilt. Die Erzieherinnen haben hierbei in erster Linie die Aufgabe der Begleitung der im Rahmen der AT eingesetzten Mütter. So kann hier sehr gut das jeweilige Erziehungsverhalten beobachtet und korrigiert werden.

An den Nachmittagen, wenn die Mütter in ihrem eigenen therapeutischen Programm sind, übernehmen die Mitarbeiter die gesamte Betreuung der Kinder. Auch hierbei sind die Kinder wieder in altersgemäße Gruppen eingeteilt. Es werden verschiedene Angebote anhand eines pädagogischen Förderprogramms gemacht, wie z. B. Hausaufgabenbetreuung, Abenteuerspiele in der Natur, Entspannungsübungen für Kinder und Basteln. In dieser Zeit steht dann auch die Beobachtung und Diagnostik der Kinder im Vordergrund. Neben grundsätzlichen Bereichen wie Hygiene und Ernährung werden auch Verhaltensbeobachtungen und -korrekturen durchgeführt. Besteht der Verdacht einer ernsthaften, in unserem Rahmen nicht zu bearbeitenden Störung, so werden externe Stellen zur Hilfe mit herangezogen.

Die Beobachtungen, die für die Mütter wichtig sind, werden diesen täglich übermittelt und notwendige Veränderungen in der Versorgung besprochen.

 

2. Die Einzelbetreuung

Zusätzlich bieten wir für die Mütter analog der Einzeltherapie die Möglichkeit der Einzelkontakte zu den Erzieherinnen an. Inhalte sollen hierbei aber immer in Beziehung zum Kind stehen. Bei Bedarf wird auch die Bezugstherapeutin in diese Gespräche miteinbezogen.

In der Einzelbetreuung durch unsere heilpädagogisch geschulten Mitarbeiter kann im Einzelfall die Mutter-Kind-Beziehung gemeinsam mit den Müttern durchleuchtet und verbessert werden. Ebenso kann das Pflege- und Erziehungsverhalten der Mütter besprochen und korrigiert werden.

Sollten sich bei einzelnen Kindern schwere, nicht in der Gruppe zu behebende Verhaltensauffälligkeiten zeigen, so kann hier auch mittels einer Spieltherapie im Rahmen der Einzelbetreuung interveniert werden.

 

3. Die Müttergruppe

In der wöchentlich stattfindenden Müttergruppe werden Erziehungsfragen und Probleme in Bezug auf die Kinder erörtert, die allgemeiner Art sein können oder aus speziellen Vorfällen im Klinikalltag resultieren. Die Gruppe wird von einer Erzieherin geleitet und ist für alle Mütter verbindlich. Sie kann im Sinne einer themenzentrierten Gruppe organisiert sein, oder bei Bedarf aktuelle Ereignisse aufgreifen.

 

4. Das Mutter-Kind-Turnen

Für eine Reihe unserer Patientinnen ist der Umgang mit ihren Kindern problematisch. Oft fehlt ihnen einfach die Erfahrung, um auf die (körperlichen) Bedürfnisse eines Kindes eingehen zu können. Auch aus eigenen, teils traumatischen Erfahrungen können sie sich ein Schmusen mit dem Kind nur schwer vorstellen.

Um diese Distanz zwischen Mutter und Kind zu reduzieren, bieten wir unter Anleitung unseres Sportlehrers einmal wöchentlich im Rahmen der Bewegungstherapie das "Mutter-Kind-Turnen" an. Es ist eine Veranstaltung für die Mütter der kleineren Kinder, in denen der Aufbau einer körperlichen Nähe, der Abbau von Ängsten zwischen Müttern und Kindern und somit der Aufbau auch einer körperlichen Mutter-Kind-Beziehung im Vordergrund stehen. Die Kinder lernen durch bestimmte Übungen wieder Vertrauen in ihre Mütter zu fassen und machen die Erfahrung, dass ihre Mütter sich mit ihnen befassen und Zeit haben.

Selbstverständlich dient die Veranstaltung auch einfach dem Aspekt der körperlichen Ertüchtigung und Übung. Den Kindern macht diese Art der Beschäftigung auch sehr viel Spaß, da der gesamte Ablauf spielerisch organisiert ist.

5. Das Mutter-Kind-Basteln

Einmal wöchentlich findet unter Anleitung unserer Beschäftigungstherapeutin das "Mutter-Kind-Basteln" statt. Es dient ebenfalls dem Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung. Für die Mütter bietet sich hier die Möglichkeit, das kreative Umgehen mit ihren Kindern zu üben. Sie lernen Alternativen zum oft vorhandenen konsumorientierten Verhalten (Kinder vor den Fernseher setzen). Sie sehen aber auch, dass diese Art des Umgangs, und damit ihr eigenes Verhalten, ihren Kindern sehr viel Freude bereitet.

Die Kinder wiederum erleben, dass die Mütter sich mit ihnen beschäftigen, Zeit für sie haben. Außerdem haben sie einfach viel Spaß an dieser Art der Beschäftigung. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden mitgenommen und können dann im Zimmer aufgehängt oder aufgestellt werden. So sehen die Kinder täglich anhand dieser kleinen Kunstwerke auch die Veränderung, die sich in Bezug auf die Mutter ergeben hat.

6. Die externen Angebote

Besondere Beachtung muss die Zusammenarbeit mit Institutionen in Verbindung mit den bei uns aufgenommenen Kindern finden. Die Aufgabe unserer Einrichtung ist in erster Linie die Rehabilitation der Mütter. Somit sind uns im Bereich der Kinderversorgung von den Kostenträgern Grenzen gesetzt. Aber die Kinder sind aufgrund der familiären Systeme, aus denen sie kommen und die geprägt sind vom Alkohol- oder Drogenmissbrauch mindestens eines Elternteils, oft verhaltensgestört, entwicklungsverzögert oder behindert.

Unsere Einrichtung hat neben der internen Betreuung durch geschulte Mitarbeiter mit Hilfe von externen unterstützenden Institutionen ein Netz von Hilfeleistungen aufbauen können, um auch den Kindern die notwendige Förderung angedeihen zu lassen.

Dies beginnt bei den normalen, gesetzlich verankerten Angeboten wie der Möglichkeit des Besuchs des örtlichen Kindergartens und der Volksschule in Wegscheid, der Realschule und des Gymnasiums in Untergriesbach. Aber auch der Förderkindergarten und die Förderschule in Hauzenberg können von unseren Kindern in Anspruch genommen werden. Die Schul- und Kindergartenkinder werden jeweils auf dem Klinikgelände von Schulbussen abgeholt und wieder gebracht.

Aber auch im Bereich der Therapie für die Kinder können wir auf externe Stellen zurückgreifen. So bietet sich die Möglichkeit der Beratung und Behandlung durch die Erziehungsberatung, die Frühförderstelle für entwicklungsverzögerte Kinder der Caritas in Passau, das Sozialpädiatrische Zentrum und die Kinderklinik in Passau. Hierdurch ist ein umfassendes Netz entstanden, das über die in der Klinik durchgeführten Maßnahmen hinaus greift.

 

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