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Die Fachklinik Schlehreut bietet allen Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren, die suchtmittelabhängig sind (und die die formalen Aufnahmebedingungen erfüllen), die Möglichkeit zu einer Entwöhnungsbehandlung. Mütter können ihre Kinder mit zu uns bringen. Zusätzliche Störungsbilder wie Essstörungen und psychische Störungen werden in unserer Einrichtung mitbehandelt. Hierunter verstehen wir auch die Einnahme von Substitutionsmitteln, wobei das zu vereinbarende Ziel die Abstinenz sein muss.

Da wir nach den Prinzipien der therapeutischen Gemeinschaft arbeiten, stellen die Beziehungen unter den Patientinnen einerseits und den Patientinnen und Mitarbeitern andererseits einen wichtigen Faktor unserer Arbeit dar. Es ist also das Miteinander in einer grundsätzlich angenehmen, akzeptierenden und familiären Atmosphäre wichtig, das unbeteiligte Nebeneinander soll vermieden werden. Dieses Miteinander beinhaltet aber auch das Akzeptieren von grundlegenden Strukturen und den Grenzen anderer Personen. Für den Aufbau von Beziehungen nehmen wir uns die notwendige Zeit, wodurch die Aufenthaltsdauer in unserer Einrichtung mit 15 Wochen für Alkohol- und Medikamentenabhängige und 6 Monaten für drogenabhängige Patientinnen eventuell länger ist als in anderen Häusern. Wir sehen aber die Notwendigkeit, uns für das Erreichen der Beziehungsfähigkeit und damit verbunden das Einlassenkönnen auf Therapie diese Zeit zu nehmen.

Auf dieser Grundlage bieten wir eine intensive Aufarbeitung der Lebens- und Suchtgeschichte mit möglichen Störungsbildern und traumatischen Ereignissen an. Ebenso wird die soziale und berufliche Wiedereingliederung betreut.

Die Aufnahme der Kinder erfolgt, weil wir in der Mutter-Kind-Beziehung die Grundlage für eine gesunde Entwicklung des Kindes sehen und diese fördern wollen. Außerdem kann das Kind während des Aufenthaltes notwendigen Hilfsangeboten bei vorhandenen Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsverzögerungen oder sonstigen physischen oder psychischen Problemen zugeführt werden. Wir nehmen Mütter mit bis zu 3 Kindern (im Alter zwischen 0 bis 13 Jahren) als Begleitpersonen auf. Abweichungen hiervon sind im Einzelfall mit der Aufnahmekoordinatorin zu klären. Außerdem können auch schwangere Suchtkranke aufgenommen werden.

Wir bieten als reine Fraueneinrichtung suchtmittelabhängigen Frauen zur Behebung der entstandenen Störungen einen Raum, um als eigenständige Personen mit Bedürfnissen und Aversionen, mit Emotionen und Gedanken zu sich selbst zu finden und sich als wertbehaftetes Mitglied der Gesellschaft mit eigener Identität zu empfinden. Die Fixierung der Frauen auf Ansprüche der Männer (wie: Sich-Schön-Machen, Flirtverhalten) bringt sie weg von der eigenen Entwicklung. In Abwesenheit von Männern, in deren Gegenwart sich das Geschlechtsrollenverhalten allzu leicht wieder abrufen lässt (was dann eher weg von der eigenen Persönlichkeitsentwicklung führt), kann es Frauen eher gelingen, den eigenen Part in der Gesellschaft zu ertasten und zu festigen; es kann ihnen eher gelingen, sich nicht als Konkurrentinnen um die Gunst von Männern zu erleben, sondern gemeinschaftlich Stärken und Schwächen zu erarbeiten und sich so ein authentisches Selbstbild zu erarbeiten. Als Resultat sollten ein realistisches Selbstbild und das Empfinden des eigenen Wertes entstehen, das die Frauen befähigt, verantwortlich und selbstbestimmt und deshalb suchtmittelfrei zu leben. Die Aufarbeitung eines sexuellen Missbrauches, den viele abhängige Frauen erlebt haben, würde in der Gegenwart von Männern ebenfalls erschwert sein. Aus diesen Gründen scheint es indiziert, ausschließlich Frauen in einer Klinik zur Suchtbehandlung aufzunehmen, um ihnen Raum zu geben, sich selbst unabhängig von Männern als Personen wahrzunehmen.

Allerdings arbeiten wir mit einem gemischtgeschlechtlichen Team, um eine Realitätsnähe zur wirklichen Welt herzustellen und um den Patientinnen die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit Männern (im therapeutisch geschützten Rahmen) zu bieten.

 

Die Indikationen und die Kontraindikationen

Die Fachklinik Schlehreut nimmt als Spezialeinrichtung nur suchtkranke Frauen mit und ohne Kinder zur Rehabilitationsbehandlung auf. Die Abhängigkeit von psychotropen Substanzen (ICD-10: F10 - F19) muss in jedem Falle im Vordergrund stehen. Zusätzlich auftretende Essstörungen (ICD-10: F50) und/oder nicht akut psychiatrische Störungsbilder werden von uns mitbehandelt. Auch substituierte Frauen finden Aufnahme.

Da wir nach §§ 35, 36 BtmG anerkannt sind, sprechen wir mit unserem Konzept auch speziell Frauen in JVA´s an.

Folgende Kontraindikationen würden eine Aufnahme bei uns verhindern:

Die Kontraindikationen richten sich hierbei nicht ausschließlich nach Diagnosen, da dies schon deshalb nicht möglich ist, weil Suchtkranke oft auch Zweiterkrankungen haben. Die Kontraindikationen richten sich daher in der Regel nach deren Ausprägungen. Zweiterkrankungen sind stets dann eine Kontraindikation, wenn folgende Einschränkungen gegeben sind:

  • Erfordernis besonderer pflegerischer oder spezieller klinischer Einrichtungen;
  • Therapieunfähigkeit;
  • Gefährdung der Therapie von Mitpatientinnen;
 

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